| Interpretation: |
Durch die Interpretation macht man ein gefühlsmäßiges
Kunsterlebnis bewußt.
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| Die Stärke des Erlebnisses ist entscheidender als der Grad der Bewusstheit. |
| Das Kunstwerk kann uns durch geeignete Interpretation erschlossen werden. |
| Die Interpretation ermöglicht das tiefere Erleben eines Kunstswerkes. |
Vortrag als Interpretation:
Der Vortrag eines Werkes ist bereits eine Interpretation.
Der/die Vortragende muss wissen, worauf es ankommt, um eine Dichtung zum Erlebnis
zu machen
Drei Aufgaben der Interpretation
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Verschiedene Interpretationsmethoden:
Fast jede Interpretation braucht mehrere Methoden.
Die Wahl wird durch die zu interpretierende Dichtung selbst bestimmt.
Zwei Möglichkeiten des Anfangs:
1. Man liest Text mehrfach durch bis einem etwas auffällt.
Der Ausgang wird durch weitere Beobachtungen ergänzt.
Durch das Zusammenfassen der Beobachtungen gewinnt man Einsichten in die Struktur
des Werkes.
Diese Einsichten ermöglichen wiederum neue Beobachtungen .
2.Man stellt Fragen an den Text und kommt dabei zu anderen Beobachtungen.
Mann darf bei Beobachtungen der Einzelheiten das ganze Werk nicht vergessen.
Der Gehalt bringt die Form mit, und die Form ist nie ohne Gehalt.
In jeder Interpretation werden Zusammenhänge gesucht und untersucht:
--zwischen dem Kunstwerk und der Außenwelt
--zwischen dem Kunstwerk und seinem Autor (biographische, psychologishe),
--zwischen dem Kunstwerk und seiner Zeit ( ideengeschichtliche, sozialgeschichtliche),
Die Wirkung auf das Publikum: (literatursoziologische) oder innerhalb
seiner einzelnen Schichten.
- Stilanalyse
Personalstil: |
Man benutzt
den Text , um etwas über die Persönlichkeit des Dichters
zu erfahren |
Zeitstil: |
Man benutzt
den Text , um etwas über die Zeit des Dichteres zu erfahren. |
Werkstil: |
Man untersucht
die Besonderheit und Einheitlichkeit der Gestaltung eines bestimmten Werkes,in
der sich eine bestimmte Haltung des Dichters ausdrückt. |
Voraussetzungen: Wonach kann man ein Sprachkunstwerk befragen?
Man fragt zunächst nach der Entstehung und der Überlieferung
des Textes (Textkritik).
Begrenzte und allgemeinere Kategorien-erste spielen nur in bestimmten
Grundbegriffen eine Rolle- letztere reichen über sie hinaus.
Fragen an das Sprachkunstwerk
1. Zur Handlungsgestaltung: (hauptsächlich Epik und Dramatik,,aber
Lyrik: Ballade u.a.)
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Stoff
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| a. Woher nahm der Dichter den Stoff? |
| b. Wie verwandelte er ihn? Warum? |
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Handlung
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| c. Kann man eine Haupthandlung von Nebenhandlungen unterscheiden? |
| d. Wie ist die Haupthandlung mit der Nebenhandlung verbunden, locker oder eng--durch Personen oder Ereignisse? |
| e. Welche Abschnitte der Haupthandlung kann man unterscheiden? |
| f. Wodurch wird sie gegeliedert: durch Ortwechsel, Einschaltung des Autors, Zeitzwischenraum? |
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Zeitgestaltung
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| g. Wie werden Zeitspannen überbrückt (Zeitraffung)? |
| h. In welchem Tempo läuft die Zeit in den einzelnen Abschnitten ab? |
| i. Wie lässt der Autor uns den Ablauf der Zeit erleben? |
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Gliederung
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| j.Wie benutzt er die Einteilung in Strophen (Lyrik), Aufzüge und Szenen(Drama), Gesänge und Abenteuer (Epos) oder Bücher, Kapitel und Abschnitte (Roman)? |
| k. Sind die Erzählabschnitte (Kapitel, Szenen) kurz oder lang, ungefähr gleich oder verschieden lang? |
| l. Sind diese Erzählabschnitte notwendig oder nur äußerlich? |
| m. Wie beginnen sie? Wie enden sie? |
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Rahmenstruktur
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| n. Wie beginnt und wie endet das Werk? Gibt es Entsprechungen vom Anfang und Ende (Rahmenstruktur) |
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Geschlossene Form
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| o. Womit erreicht der Autor sonst die Einheit des Handlungsablaufs: durch Leitmotive, wiederkehrende Dingsymbole, den gleichbleibenden Ort der Handlung, eine zentrale Figur, eine spannende Handlung mit Höhepunkt und klarem Abschluss? ( = geschlossene Form) |
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Vorausdeutungen
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| p. Hat die Handlung einen Höhepunkt oder mehrere? Wie wird er vorbereitet? Gibt es Vorausdeutungen? |
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Spannung
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| q. Falls die Handlung Spannung enthält, wodurch wird sie erreicht?
Geht sie mehr vom Ablauf der Ereignisse aus oder besteht sie zwischen den Personen der Dichtung und überträgt sich von dort auf uns. |
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Person-Personen
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r. Stehen sich im Mittelpunkt der Handlung mehrere Personen gegenüber, oder ist es nur eine Person, oder Personengruppe |
| s. Nimmt der Dichter Partei? Auf wessen Seite ist er? Woran erkennt man es? |
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Perspektive - Rollengedicht - Erzählergegenwart
- Publikumskontakt
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| t. Aus welcher Perspektive gestaltet der Autor die Handlung: als außenstehender Berichterstatter, als allwissender Erzähler, in der Rolle einer Person des Geschehens, einer Haupt- oder Nebengestalt? |
| u. Spricht er als Dichter oder in einer Rolle? |
| v. Spürt man überhaupt sein Vorhandensein, und wenn ja: direkt oder indirekt, durch Anreden des Publikums oder nur durch eine persönliche Erzählweise? |
| w. Geschieht das Anreden des Publikums mehr didaktisch, sentimental, humorvoll oder kokettierend-spielerisch? |
| x. Bleiben Perspektive und Erählergegenwart durch
das ganze Werk gleich oder wechseln sie? Wenn ja, warum? (Publikumskontakt) |
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Eigenbündige Formen
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| y. Gibt es in der Handlung Teile, die relativ selbständig sind, wie z.B. eingeschobene Berichte ( im Drama-Botenberichte und Monologe), Briefe, Tagebuchauszüge, Märchen, Novellen, Lieder, Gedichte, Reflexionen? |
| z. Zerstören Sie die Einheit oder haben sie eine Funktion? |
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Monologfunktionen
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| aa. Welche Funktion erfüllt der Monolog? -technischer: Zeit zu überbrücken -epischer: Hintergründe des Geschehens erklären und ausmalen -lyrischer: erzeugt gewünschte Stimmung -reflektierender:Sprachrohr für Meditationen und Lehren des Dichters -dramatischer: Reifen einer Entscheidung, die die Handlung weitertreibt |
| bb. Wen spricht der Schauspieler im Monolog an? |
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tektonisch-atektonisch
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| cc. Ist die Handlung als Ganzes streng gebaut oder lose
verknüpft? Tragen alle Einzelzüge zu einer Hauptwirkung bei (tektonisch) oder sind sie relativ selbstūndig (atektonisch-Stationssück-Revue-form)? (geschlossene und offene Form) |
| dd. Löst der Schluss alle Problematik oder lässt er Fragen offen? |
| ee. Wirkt die Handlung im Ganzen glaubwürdig oder übertrieben, gezwungen. |
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Herausgeberfiktion |
| ff.Wird auf irgend eine Weise für Glaubhaftigkeit der Erzählung gesorgt. |
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Transparenz |
| gg. Wird die Handlung um ihrer selbst willen dargeboten-
oder ist sie symbolisch für allgemeine menschliche Erlebnisse und Erfahrungen. |
2. Zur Personengestaltung - (vor allem auf Epik und Dramatik-gelegentlich auf Lyrik)
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Entwicklung
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| a. Haben wir es mit ausgestalteten Charakteren oder nur mit Typen zu tun |
| b. Verändern sie sich im Laufe des Geschehens oder bleiben sie imer gleich. |
| c. Gibt es Haupt- und Nebenpersonen? Welche lassen sich einander zuordnen? |
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Exemplarische Personen
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| d. Werden Die Hauptpersonen als Vertreter einer Gruppe gesehen, oder als Vereinzelte und Einsame? |
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Symbolische und allegorische Gestalten
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| e. Werden sie zu symbolischen Gestalten? |
| f. Stehen sie für eine Idee oder Eigenschaft (allegorische Gestalten) |
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Gemischte Charaktere
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g. Haben wir es mit gemischten Charakteren zu tun oder mit eindeutig guten oder schlechten? |
Helden |
| h. Sind die Helden aktiv, passiv oder beides? |
| i. Treiben sie die Handlung oder werden sie getrieben |
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j. Scheinen sie einen freien Willen zu haben? |
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Charakterisierung
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| k. Wie werden sie charakterisiert: direkt oder indirekt, durch Rede, Handeln, glaubhaft oder nicht überzeugend, einheitlich oder widersprüchlich: |
| l. Welche sind ihre wichtigsten Eigenschaften? Woran erkennen wir diese? |
| m. Sind sie Personifikationen großer Leidenschaften (wie z. B. Shakespeares Othello oder Lady Macbeth) |
| n. Sind sie vital oder neurotisch? |
| o. Sind ihre Handlungen einleuchtend begründet? |
3. Zum Hintergrund
Hintergrund (hauptsächlich nur in der Epik und der Dramatik sind
der Vordergrund und Hintergrund verschieden.
Der Lyriker hat zu wenig Abstand vom Stoff.)
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Stimmungsträger
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| a. Wie wichtig ist der Hintergrund? Ist er um seiner selbst willen da(realistische Gestaltung) oder wird er symbolisch verwendet? |
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Vertiefung
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| b. Bleibt er wirklich nur Hintergrund, oder beeinflusst er unser Erleben des Vordergrundgeschehens: durch Ausmalen der Stimmung durch den Kontrast von Hintergrundatmosphäre und Vordergrundgeschehen, durch historische oder soziologische Begründung und Vertiefung der Handlung? |
| c.Ändert sich der Hintergrund? Warum? |
| d. In welchem Zusammenhang steht der Wechsel des Schauplatzes
mit Handlung (Einheit des Ortes--häufiger Wechsel)? |
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Rahmenstruktur |
| e. Gibt es Entsprechungen der Schauplätze z.B. des ersten und letzten? |
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Überwindung des Raumes
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| f. Wie wird der Hintergrund für weiteres Geschehen geöffnet
oder überwunden? [ Im Drama durch Botenberichte, Mauerschau(Teichoskopie), Telefon, Traumzsenen, Filmprojektionen? Im Roman durch eingeschobene Erzählungen, Reflexionen?] |
| g. Wie wird das Publikum in die Bühnenstituation oder in die Ausgangsszene
zurückgebracht? Im Drama durch Lichtwechsel und ähnliche Mittel. Im Roman durch eine Bermerkung des Erzählers. |
4. Zum Stil, Aufbau und Gehalt (beziehen sich auf Lyrik, Epik und Dramatik)
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Sprachliche Eigenart
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| a. Fällt in der Sprache irgend etwas als ungewöhnlich
auf: durch Wortwahl(z.B. Archaismen), Wortstellung oder Unklarheit (Dialekt, Fremdwörter usw)? |
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Metaphorik
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| b. Wirkt der Stil altmodisch oder modern, abstrakt oder anschaulich, einfach und sparsam oder reich an Vergleichen, Bildern Metaphern, Personifikationen, Anspielungen? |
| c. Aus welcher Anschauungswelt stammen diese in erster Linie? Passen Sie zueinander? |
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Parataxe-Hypotaxe
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| d. Welche Rolle spielen Verben und Nomina? |
| e. Wie baut der Autor die Sätze -parataktisch oder hypotaktisch? |
| f. Wie passt der Satzbau zum Inhalt? |
| g. Wie werden direkte und indiekte Rede, Monolog, Dialog und innerer Mnolog verwendet? |
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Redeformen
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| h.Welche Redeformen werden benutzt: Schilderung, Bericht, Beschreibung, Gespräch, Aufforderung, Reflexion, Mahnrede etc |
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Sprechpartner
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| i. Wer spricht eigentlich: der Dichter selbst? ein Erzähler: oder eine Person? |
| j. Wer wird angesprochen: eine Gemeinschaft, ein Gleichdenkender, eine Nation, die Menschheit, ein Einzelner (z.B. Briefpartner)? |
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Sprechrichtung |
| k. Welchen Sprechraum stellt sich der Dichter vor und
in welche Richtung wird gesprochen: in die Weite (z.B. politische Massenreden), in unbestimmte Fernen, zu einem nahen Gegenüber? |
| l. Ändert sich die Sprechrichtung? Woran erkennen wir das und wie wirkt es sich auf das Kunstwerk aus? |
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Sprechhaltung
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| m. In welchem Ton wird gesprochen: ernsthaft, witzig, gefühlvoll,
nüchtern, sentimental, distanziert, melancholisch, heiter, pathethisch, ironisch, geziert, natürlich, feierlich, bescheiden, lebhaft, schleppend, rhetorisch, einfach, auf das Thema konzentriert, häufig abschweifend? |
| n. An welchen Wendungen lässt es sich belegen |
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Anspielungen, Zitate
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| o. Bezieht sich der Autor durch Anspielungen und Zitate,
die nur von wenigen verstanden werden, auf ein bestimmtes Publikum? |
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Brüchiger Stil
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| p. Lässt der Dichter seine Personen in verschiedenen Stilen sprechen? Wirkt es überzeugend? |
| q. Ist sein Stil einheitlich --oder brüchig? Passt er zum Gehalt der Dichtung? |
| r. Ist der Stil des Dichters so eigenwillig, dass man seine Werke aus anderen herausfinden könnte? Wodurch? |
| s. Wodurch hebt er sich von seiner Zeit -oder von unserer Zeit--ab? |
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Gehalt
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t. Worum geht es letztlich in dieser Dichtung? Kommt es dem Dichter in erster Linie auf:
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| u. Kann man eine Idee der Dichtung definieren? |
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Jede gute Dichtung hat einen Gehalt--
aber durchaus nicht jede eine Idee, besonders Lyrik nicht. |
| v. Kann man den Gehalt der Dichtung mit einfachen Worten unmschreiben,
oder ist er so unbestimmt, dass er sich nur ahnen lässt? |
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w. Ist ein Hauptthema klar erkennbar, oder schwankt die Gestaltung unentschieden
zwischen mehreren Themen? |
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Keimzelle
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| x. In welcher Zeile, welchem Satz, welchem Bild oder Teil des Ganzen können
wie die Keimzelle der Dichtung erblicken, aus der sich alles entwickelte? |
| y. Welches mag das ursprüngliche Erlebnis, die erste Idee gewesen sein? |
| z. Welche Teile mögen sich später angeschlossen haben? |
| aa. Gewinnt man den Eindruck, dass der Dichter seinen ersten
Plan später geändert hat, --weshalb nun einige Teile nicht mehr völlig zum Ganzen passen? |
| bb. Können wir aus diesen Unstimmigkeiten eine vermutliche Entwicklungsgeschichte
des Werkes ableiten? Lässt sie sich durch private Zeugnisse des Dichter (Briefe, Tagebuchnotizen usw.) bestätigen? |
| cc. Wird das Thema direkt ausgesprochen oder nur indirekt behandelt? |
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vielschichtig-vieldeutig
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| dd. Ist das Kunstwerk vielschichtig oder vieldeutig? (Jedes bedeutende Werk ist vielschichtig: aber nur wenige, besonders moderne Dichtungen sind vieldeutig.) |
| ee. Welchen Hinweis gibt der Titel? |
| ff. Überzeugt der Dichter mit seiner Gestaltung eines Gehaltes? |
| gg. Vermittelt er uns ein emotionales Erlebnis? Warum? |
| hh. Ist das Thema zeitgebunden oder zeitlos? |
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Gattung
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| ii. Zu welcher Gattung (welchen Gattungen) kann das Werk gerechnet werden? |
| jj. Bleibt es in der Gattungstradition oder verändert es sie? |
| kk. Auf welche Weise fällt es aus dem Rahmen des Gewohnten? Ist die Abweichung gerechtfertigt? Wodurch? |
| ll. Hatte der Dichter vielleicht ein bestimmtes Vorbild? Wie wandelte er es ab, und warum? |
5. Zur musikalischen Sprachgestaltung Versdichtung(Lyrik und Epos)
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Metrum und Rhythmus, Freie Rhythmen
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| a. Kann ein einheitliches Metrum ( wie Jambus, Trochäus usw. ) festgestellt werden, oder handelt es sich um freie Rhythmen? |
| b. Wechselt das Versmaß innerhalb der Strophen oder von einer Strophe
zur anderen? Warum? Wie passt es zum Gehalt? |
| c. Können wir beschwerte Senkungen, Pausen, Enjambements, Zeilenverkürzungen beobachten, die beim Lesen oder Sprechen des Gedichtes die Wirkung des Gehaltes unterstützen. |
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Strophenbau
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| d. Sind die Strophen gleichgebaut oder verschieden? |
| e. Entsprechen sich Form und Aussage der Strophen? |
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Satzfügung |
| f. Wie verhält sich der Satzbau zur Verszeile und Strophe: passt er sich an oder kontrastiert er (Enjambements)? |
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Prosa-Versrhythmus
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| g. Wie verhält sich der sinnbetonende (Prosa-) Rhythmus zum metrischen Akzent: übereinstimmend oder spannungsreich (beschwerte Senkungen, schwebende Betonungen)? |
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Reim und Klang
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| h. Lässt sich ein Reimschema -- ein traditionelles oder ein individuelles--
feststellen? Ist es immer genau eingehalten? Wenn nicht: aus Unvermögen oder künstlerischer Absicht? |
| i. Finden sich gezwungen klingende Reime? |
| j. Sind die Reime originell oder epigonal (abgenutzt)? |
| k. Finden sich Binnenreime, Assonanzen,, Alliterationen? |
| l. Wie enden die Verszeilen: mit männlicher, weiblicher oder klingender Kadenz? |
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m. Welche Beziehungen haben alle genannten musikalischen Mittel zum Gehalt des Gedichtes? |
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Refrain |
| n. Falls ein Kehrreim (Refrain) vorkommt: was leistet er für das Gedicht? |
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o. Trägt er zur Stimmung bei; führt er die Handlung weiter; ist er die Antwort einer Gemeinschaft auf das Solo eines Vorsuangers? |
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Formobservanz
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| p. Falls eine der traditionellen metrischen Formen benutzt
wird; auf welche Weise wird die "Forderung der Form" erfüllt: (Wird z.B. beim Sonett die italienische oder englische Variante verwirklicht? Warum? Entspricht der zweiteiligen metrischen Struktur ein antithetischer Gehalt? |
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This page is maintained by Dr. Ronald Horwege
Professor of German at Sweet Briar College
Last changed on November 26, 2004